4LIFECHANGERS: Der BrailleRing – mehr digitaler Durchblick für blinde Menschen

Nahaufnahme eines Fingers in einem BrailleRing

Folge 32: Im Internetzeitaler sind Menschen gewohnt, jederzeit und überall Zugriff auf Texte und Informationen zu haben. Aber eben diese rasant wachsende technische Entwicklung macht blinden Menschen den Zugang umso schwieriger. Bisherige Braille-Geräte sind technisch aufwendig, für Handys und Tablets ungeeignet und zudem teuer. Mit dem innovativen „BrailleRing“, der optisch und technisch in einen Starwars-Film passen könnte, ist es Wolfgang Zagler nun gelungen, Menschen mit Sehbehinderungen zu helfen, sich im digitalen Informationsdschungel besser durchzusehen.

Einer, der bereits als Studierender sein erworbenes Wissen für mehr Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung einsetzen wollte, ist Wolfgang Zagler. Mit seinem zukunftsweisenden BrailleRing hat unser 4LifeChanger der Woche es geschafft, sein Bedürfnis in die Tat umzusetzen. „Wir haben so viel wunderbare Technik. Aber Menschen mit Behinderungen haben bisher sehr wenig davon abbekommen. Das war für mich die Herausforderung, schon während des Studiums die erworbenen Fähigkeiten dafür einzusetzen Menschen mit Behinderungen durch moderne Technologie zu unterstützen,“ erklärt Wolfgang Zagler, Mitbegründer von Tetragon, seine Beweggründe.

Sich im digitalen Informationsdschungel durchsehen

Mit der Entwicklung des BrailleRings ist Wolfgang Zagler tatsächlich etwas Bahnbrechendes gelungen. Denn der BrailleRing macht digitale Texte auf einfache Art lesbar. Beim BrailleRing werden die Buchstaben der Blindenschrift auf der Innenseite des Ringes dargestellt. Das hat den Vorteil, dass wesentlich weniger mechanische Teile notwendig sind und die Herstellung somit günstiger ist. Außerdem ist der BrailleRing so handlich und kompakt, dass er in jede Westentasche passt.

Mit dem BraillRing können blinde Menschen eine Alternative zu den Audiobooks und somit Zugang zu allen geschriebenen Texten erhalten. Außerdem soll diese moderne Technologie dem fortschreitenden Analphabetismus unter Blinden entgegengewirken. Analphabetismus ist auch die weltweite Motivation von Wolfgang Zangler, denn seine Vision geht noch viel weiter als hierzulande. Vor allem blinde Menschen in Ländern des globalen Südens sollen durch den BrailleRing neue Chancengleichheit erhalten. „In den Entwicklungsländern leben mehr als 90 Prozent der blinden Weltbevölkerung“, erklärt Wolfang Zagler. „Und dort sind Geräte sperrig und aufgrund der klimatischen Bedingungen anfällig und vor allem wegen des Preises ein No-Go“, so der engagierte Tetragon-Mitbegründer.

Werden Sie Teil dieser Vision

Wolfgang Zagler ist Professor im Ruhestand und Mitbegründer von Tetragon, einer Arbeitsgruppe für Assistive Technologies an der TU Wien. Für die Realisierung des BrailleRing braucht das Team derzeit noch Unterstützung.

Weitere Infos:
Tetragon

Weitere Links zum Thema:
Innovationsplattform für Assistenz im Alltag
Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs
Accessible Media. Zugang für alle

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