4LIFECHANGERS: Mit Multipler Sklerose gibt es nichts, das man nicht tun darf

Martin Geiscnek ist 4LIFECHANGER der Woche. Denn er lässt sich von seiner Multiplen Sklerose nicht ausbremsen. Ganz im Gegenteil: Der Niederösterreicher nimmt am laufenden Band an Marathon- und Triathlon-Bewerben teil.

Eine Erkrankung wie Multiple Sklerose (MS) verändert mit einem Schlag das ganze Leben. Als Martin Geiscnek die Diagnose dieser häufigsten Erkrankung des zentralen Nervensystems im jungen Erwachsenenalter erhalten hat, sind dadurch vor allem Ängste entstanden.

„Meine Großtante ist mit 34 Jahren an Multipler Sklerose verstorben. Die Diagnose war für mich natürlich sehr frustrierend, da sie genau an meinem 31. Geburtstag war und mich mir gedacht habe: Jetzt hab´ ich nur mehr drei Jahre“, erzählt der Informatiker in der 4LIFECHANGERS-Folge 20. „Ich wusste wirklich nicht, wie es weitergeht.“

Lebenserwartung ist gleich wie bei nicht erkrankter Normalbevölkerung

Die Furcht vor einem verkürzten Leben oder einem Leben im Rollstuhl kennt auch der Neurologe Univ.-Prof. Dr. Thomas Berger von seinen MS-Patientinnen und -Patienten. Doch Dank intensiver Forschung und innovativer Therapien können die unterschiedlichen Krankheitsverläufe gut behandelt werden.

Der Vorstand der Universitätsklinik für Neurologie an der Medizinischen Universität Wien erklärt im Interview mit 4LIFECHANGERS, dass Multiple Sklerose bei jeder Person unterschiedlich verlaufe und es nichts gebe, das MS-Betroffene nicht tun dürfen, und das sei das Wichtigste. „Man kann ein normales Leben führen. Es war früher so, dass man gesagt hat, Patientinnen und Patienten sterben früher als die Normalbevölkerung. Das lag aber nicht an der MS, sondern an den Komplikationen“, weiß der MS-Experte, der zudem betont: „Die Lebenserwartung ist gleich wie bei der nicht erkrankten Normalbevölkerung.“

Schöne Momente sammeln

Für Martin Geiscnek war und ist Sport ein wichtiger Faktor in seinem Leben und im Umgang mit seiner Krankheit. Ihm hilft vor allem das Laufen von Marathons überall auf der Welt, etwa auf dem Kilimandscharo. Nächstes Jahr möchte er gemeinsam mit seiner Frau Helga seinen 100. Marathon bestreiten.

Für den Langstreckenläufer ist das Sammeln schöner Momente extrem wichtig: Er hat die Erfahrung gemacht, dass die Summe der positiven Erfahrungen, die man macht, stärkt und größer macht: „Man geht auf.“ Insofern habe die MS ihn auch verändert, erzählt Geiscnek.

„Wenn man einen positiven Eindruck vom Leben hat, geht man auch mit der MS besser um“, ist Martin Geiscnek überzeugt. Er glaubt auch, dass es der MS guttut, wenn man positiv agiert.

Martin Geiscnek zeigt, wie wichtig es ist, in jeder Lebenslage das Schöne im Leben bewusst wahrzunehmen und ist damit ein absolutes Vorbild.

Weiterführende Links:
Universitätsklinik für Neurologie, MedUni Wien
Österreichische Multiple Sklerose Gesellschaft (ÖMSG)

Weiterer Beitrag der 4LIFECHANGERS-Folge 20: Was hilft bei kurzen Atemaussetzern im Schlaf?

4LIFECHANGERS-Sendung 20: Mann mit Atembrille

Die 20. Folge läuft ab dem 11. August 2020 auf folgenden Sendern:

Di, 11:00 Uhr: PULS 4
Mi, 9:10 Uhr: sixx Austria
Mi, 19:55 Uhr: SAT.1 Österreich
Do, 19:00 Uhr: PULS 24
Sa, 16:35 Uhr + 17:10 Uhr: kabel eins doku austria
Sa, 18:05 Uhr: ProSieben Austria
Mo, 15:50 Uhr + 15:55 Uhr: kabel eins austria