4LIFECHANGERS: Weniger Stress durch mehr Grünflächen in Büroräumen

Folge 18: Ein gutes Arbeitsklima sorgt für mehr Wohlbefinden und damit für seltenere Krankenstände. Dieser Idee sind drei Studierende der TU Wien auf den Grund gegangen. Gemeinsam haben sie ein Pflanzenmodulsystem entwickelt, mit dem sich Büroräume besser akklimatisieren lassen. Das zweite Thema der Sendung kommt auch von einem Forscherteam der TU Wien: Mit neuen Technologien sollen Krankheiten wie Morbus Parkinson verstanden werden.

Maria-Luisa Brüser, Marko Marisavljević und Laurin Akantisz haben sich während ihres Erweiterungsstudiums am „TU Innovation Incubation Center“ kennengelernt, als sie im Forschungsbereich „ökologische Bautechnologien“ die Auswirkungen von Stress auf das Arbeitsleben untersuchten. Das Ergebnis ihrer Forschung war, die Motivation etwas anders machen zu wollen: Wir sind d’raufgekommen, dass dieses Gefühl, dass man so gestresst ist, nicht nur unser subjektives Gefühl ist,“ schildert Maria-Luisa Brüser. „Unsere Recherchen haben ergeben, dass es für die ganze Gesellschaft wirklich ein Problem ist. 40 Prozent aller Krankenstände werden aufgrund von Stress verursacht.“

Da Natur bekanntlich nicht nur entspannend wirkt, sondern Pflanzen auch das Raumklima positiv beeinflussen, entwickelten die drei Freunde ein spezielles Pflanzenmodulsystem, das zukünftig für ein gesünderes Büroraumklima sorgen soll. Die damit neu geschaffenen Grünflächen wirken sich in Büroräumen positiv auf die Psyche und die Raumfeuchtigkeitt aus. „Durch die einzelnen Blöcke lassen sich die grünen Wände modular zusammenbauen – so hoch oder breit, wie man möchte,“ erklärt Marko Marisavljević das flexible Konzept, das wie Bauklötze beliebig zusammengestellt werden kann.

Das System funktioniert mit einem sehr pflegeleichten Wassermodul, das noch dazu multifunktionell zu verwenden ist – denn als Sitzbank getarnt, kann man ganz entspannt das Grün genießen: „Das Ganze ist ein geschlossener Kreislauf. Das heißt, das Wasser und der Flüssigdünger, der nicht benötigt wird, fließt quasi zurück in den Tank. Ein Tank hat drei separate Kammern. Und in jede Kammer passen 16,5 Liter hinein. Damit das Wasser immer frisch bleibt, sollte man alle paar Wochen, ein Mal im Monat ca., das Wasser auswechseln,“ so der dritte im Bunde, Laurin Akantisz.

Weiteres Thema: Innovation der Woche – Parkinson on a Chip

Eine Krankheit, die im Labor gezüchtet wird, klingt zuerst einmal nach schlechtem Horrorfilm. Eigentlich ist das aber oft sehr sinnvoll – nämlich dann, wenn es darum geht, Krankheiten zu verstehen. Wissenschaftler vom Institut für Angewandte Synthesechemie an der TU Wien können menschliche Zellen auf einem Plastikchip züchten und über mehrere Monate am Leben erhalten. So können sie Gewebe von verschiedenen Organen nachbilden und beobachten. Diese Technologie hilft, um zum Beispiel Morbus Parkinson zu verstehen und Medikamente dafür zu finden. Diese Krankheit ist eine der letzten ganz großen Unbekannten in der Medizin. Und das, obwohl über 1,2 Millionen Menschen in Europa davon betroffen sind.

Peter Ertl von der Technischen Universität Wien: „Wir wissen: Die Zahl wird sich verdoppeln bis 2030 wegen der Alterung der Gesellschaft. Parkinson und andere neurodegenerative Krankheiten sind ein altersbezogenes Problem, und es gibt kein gutes Tiermodell dafür. Tiere bekommen einfach diese Krankheit nicht. Es gibt auch keine Medikamente dafür. Das heißt, es braucht jetzt neue Methoden, um herauszufinden: Wie können wir diese letzte große wissenschaftliche Lücke in der Medikamentenentwicklung doch tatsächlich schließen?“ In einigen Jahren soll man mit dieser Organ-on-a-Chip-Technologie auch nachempfundene Organe miteinander verknüpfen und so immer besser einen menschlichen Organismus nachstellen können.

Weitere Informationen:
TU Wien: Competence Center for Entrepreneurship and Innovation

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