Herzgesundheit & Diabetes

Herzinfarkt, Herzschwäche oder Schlaganfall zählen zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Da Menschen mit Diabetes zwei bis vier Mal öfter eine Herzerkrankung als jene ohne Diabetes bekommen, ist es wichtig, über Risikofaktoren Bescheid zu wissen. Denn je nach Alter und Zeitpunkt, zu dem die Diabetes-Erkrankung auftritt, können Herz-Kreislauf-Leiden die Lebenserwartung um sechs bis zwölf Jahre verringern. Durch neue Medikamente in der Diabetestherapie können Risikofaktoren gesenkt werden. Worauf besonders zu achten ist, erklärt Prof. Dr. Thomas Wascher, Leiter der Diabetesambulanz im Hanusch Krankenhaus Wien, in der 4Lifechanger-Sendung. Hier sehen Sie das Interview in voller Länge.

Warum ist bei Menschen mit Diabetes das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen höher?

Menschen mit Diabetes haben tatsächlich ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ungefähr zwei bis sechs Mal höher – je nachdem, welche Studien man sich ansieht. Frauen haben zudem ein etwas höher als Männer, wobei die Gründe dafür vielfältig sind. Einerseits führt die Diagnose Diabetes dazu, das alle anderen Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wesentlich mehr Auswirkungen haben, und andererseits hat der erhöhte Blutzucker selbst auch noch einen zusätzlichen schädlichen Effekt auf die Blutgefäße.

Was sollten Menschen mit Diabetes beachten?

Grundsätzlich sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer auf ein Bündel von Risikofaktoren zurückzuführen. Manche davon können Betroffene selbst beeinflussen, andere Faktoren überhaupt nicht. Der Cholesterinspiegel ist beispielsweise über weite Strecken genetisch fixiert, also angeboren. Man erbt die Höhe des Cholesterinspiegels nämlich von seinen Eltern. Auf der anderen Seite gibt es Faktoren wie Bewegungsmangel, Fehlernährung, Rauchen, die natürlich von den Betroffenen selbst beeinflusst werden können.

Welchen Appell würden Sie als Arzt an Patientinnen und Patienten mit Diabetes richten?

Als Betroffener ist es sehr wichtig, wirklich Bescheid zu wissen, wie hoch die eigenen persönlichen Risikofaktoren sind. Wie hoch ist der Cholesterinspiegel? Wie hoch ist der Blutdruck? Wie hoch ist mein Blutzuckerlangzeitwert? Ist das optimal therapiert oder kann man die Therapie eventuell verbessern? Das sind Dinge, die man mit seinem behandelnden Arzt besprechen muss. Auf der anderen Seite ist es aber auch wichtig, die veränderbaren Risikofaktoren – den persönlichen Lebensstil – so gut wie möglich zu optimieren und das Risiko zu reduzieren: Mit richtigem Essen, ausreichend Bewegung und Nichtrauchen.