Neues Zentrum für Behandlung von chronischen Wunden in Wien

Wundzentrum22

Meilenstein für die Menschen mit chronischen Wunden in der Wiener Donaustadt: Adalbert Strasser, seit Jahrzehnten in der Prävention des diabetischen Fußsyndroms engagiert, bietet ab sofort professionelles Wundmanagement auf Kassenschein.

Am 23. Oktober 2019 hat im Gesundheitszentrum MED22 im 22. Wiener Gemeindebezirk das Wundzentrum Wien 22 den Betrieb aufgenommen. Initiator und Leiter des Zentrums ist der Wundchirurg Dr. Adalbert Strasser, ärztlicher Fortbildungsleiter von big5health sowie Präsident der Dachorganisation der Diabetes Selbsthilfe „wir sind diabetes“ . Mit Unterstützung der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) und der Ärztekammer für Wien hat sich Strasser das Ziel gesetzt, Menschen mit chronischen Wunden, die im niedergelassenen Bereich nicht ausreichend versorgt sind, ein qualifiziertes – und von allen Krankenkassen erstattetes – Angebot zu liefern. Pro Jahr sollen zwischen 800 und 1.000 Wundpatienten betreut werden. Ein Schwerpunkt liegt auf Menschen mit diabetesbedingten Wunden bzw. der Prävention von Akutkomplikationen des diabetischen Fußsyndroms als optionale Ergänzung zum Diabetesbetreuungsprogramm Therapie Aktiv.

Mit im Team neben Strasser sind zwei weitere Fachärzte für Chirurgie, Dr. Alexander Pötscher und Dr. Thomas Stiegler, sowie qualifizierte diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger/innen. Das Wundzentrum Wien 22 wird als chirurgische Gruppenpraxis geführt, die ganzjährig zumindest 40 Stunden pro Woche geöffnet ist – Journaldienste an Feiertagen unter der Woche inklusive. Eine Terminvergabe ist innerhalb von zehn Tagen vorgesehen. Eine Besonderheit für den fachärztlichen Bereich sind Hausbesuche, außerdem werden die umliegenden Pensionistenwohnheime betreut – ein eminent wichtiges Angebot für Menschen, die aufgrund ihrer Wunderkrankung in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

Durch die bereits bestehenden klinischen Strukturen im MED 22 ist eine interdisziplinäre Betreuung möglich, die zum einen eine Optimierung der Behandlungsqualität und zum anderen ein besseres Patientenmanagement mit kürzeren Wegen und weniger Wartezeiten ermöglicht. Das Wundzentrum arbeitet außerdem mit anderen Gesundheitseinrichtungen, darunter den chirurgischen/dermatologischen Ambulanzen der umliegenden Spitäler, den Wundambulanzen der WGKK und Ordinationen, die mit der Behandlung von Menschen mit chronischen Wunden befasst sind.

Für Strasser und die Verantwortlichen in der WGKK ist das neue Wundzentrum nicht nur ein wichtiger Versorgungsknoten im bevölkerungsreichen Norden Wiens, sondern Ausgangspunkt für ein „Wundnetz“ für ganz Wien (und später darüber hinaus), in dem in Zukunft die vorhandenen Ressourcen im extramuralen Raum gebündelt und koordiniert werden sollen – um einerseits die Spitäler zu entlasten und andererseits die Behandlung für die Betroffenen zu beschleunigen und zu optimieren.

(abr)