4LIFECHANGERS: Die Gruft – Hilfe und Zuflucht für Menschen in Not

Folge 37: Die Lifechanger dieser Woche sind die freiwilligen HelferInnen des Betreuungszentrums der Wiener Caritas – Die Gruft. Obdachlose Menschen finden dort das ganze Jahr neben einem Schlafplatz und Essen Unterstützung bei Amtsangelegenheiten – und vor allem viel menschliche Wärme und Hilfsbereitschaft. Ingrid Jachimow erzählt über ihre langjährige Erfahrung mit den Menschen in der Gruft und warum Helfen ihr selbst viel Freude bereitet.

Die Themen der Sendung:

Die Gruft

Die Gruft der Caritas Wien befindet sich im 6. Wiener Gemeindebezirk, neben der Mariahilfer Kirche. Die Gruft heißt nicht zufällig so – sie war nämlich tatsächlich ursprünglich eine Gruft. Seit dem Advent im Jahr 1986 hat sich allerdings die Funktion und damit die Energie in den Räumen zu einer hilfsbereiten, menschlichen gewandelt. Denn obdachlose Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – auf der Straße stehen, finden dort einen Platz und Hilfe in ihrer jeweiligen Situation. Durch einen Zubau gibt es seit 2013 zum Glück auch Tageslicht. Bei Tag ist die Gruft in den ehemaligen Pfarrgarten der Mariahilfer Kirche übersiedelt, geschlafen wird immer noch in den Räumlichkeiten unter der Kirche.

Das multiprofessionelle Team der Gruft – bestehend aus SozialarbeiterInnen, BetreuerInnen, PsychiaterInnen, PsychotherapeutInnen und Zivildienstleistenden – bietet mit Unterstützung freiwilliger MitarbeiterInnen aktive Hilfe mit dem Ziel, obdachlose Menschen wieder in die Gesellschaft zu integrieren.

Eine dieser freiwilligen HelferInnen ist Ingrid Jachimow. Sie unterstützt schon seit mehr als 15 Jahren obdachlose Menschen in der Gruft. Zuerst als Begleitperson bei Amtsbesuchen, heute hilft sie vor allem bei Büroarbeiten. „Es haben so viele, so verschiedene Schicksale. Man weiß nicht, wie derjenige in diese Situation gekommen ist,“ schildert sie ihre Begegnungen mit den Menschen, die das Angebot der Gruft gerne annehmen. „In der Zeit, in der ich mit den Klienten unterwegs war, habe ich wirklich schöne Momente erlebt, weil die meisten sehr dankbar waren, wenn man was erreicht hat, z.B. wenn sie ihre Papiere bekommen haben, oder was sie eben gebracht haben. Es war für mich wie ein persönlicher Erfolg.“  

Wenn auch Sie obdachlosen Menschen helfen möchten, können Sie sich jederzeit in der Gruft einbringen: Alle Infos unter Die Gruft

Caritas Kältetelefon: Wenn Sie Menschen sehen, die bei Kälte im Freien schlafen, rufen Sie bitte das Caritas Kältetelefon unter der Nummer 01 480 45 53.

 

Entspannende Atemübungen helfen gegen Stress

Die Atmung kann unser Wohlbefinden beeinflussen. Eine Wechselatemübung aus der Yogalehre hilft dabei, unsere Atmung zu entspannen, damit wir unsere innere Balance zu finden. In der Sendung erfahren Sie, wie das geht.

Knochenersatzteile aus dem 3D-Drucker

3D-Drucker scheinen in der Medizin die Erfindung des Jahrhunderts zu sein. Wir haben schon einmal eine spannende Sendung zum Thema „Körperzellen mit dem Bioprinter ducken“ gebracht. Diesmal geht es um Knochenersatzteile, die der 3D-Drucker herstellen kann. Das Wiener Unternehmen Lithoz erstellt die benötigten Drucker, die Knochenersatzteile produzieren können und ist damit Weltmarktführer. An dem geeigneten Material wird derzeit am Institut für Angewandte synthetische Chemie der TU Wien geforscht.

„Bei der Operation wird das Implantat eingesetzt. Dann dann beginnt der eigene Knochen in das Implantat einzuwachsen und das Implantat in eigene Knochen umzubauen. Das heiß, in ein paar Jahren hat die betroffene Person kein Implantat mehr, sondern es ist dann alles eigener Knochen,“ beschreibt Johannes Homa, CEO Lithoz, wie der Knochenersatzteil mit dem menschlichen Körper interagiert. Für die 3D-Knochenersatzteile werden bestimmte Flüssigkeiten verwendet, die bei Licht hart werden. Stefan Baudis, Leiter Christian Doppler Labor erklärt: „Wir arbeiten mit Photopolimeren. Das sind grundsätzlich flüssige Substanzen, die wir unter lichtgeschützten Bedingungen einsetzen, damit die Formulierung die ganze Zeit flüssig bleibt. Deshalb haben wir sehr viele Laboratorien mit gelbem oder rotem Licht. Erst zum gewollten Zeitpunkt wird es dann ganz kontrolliert dem Licht ausgesetzt, sodass sich die Flüssigkeit in ein festes Material verwandelt.“