4LIFECHANGERS – Selbsthilfe gegen Ängste und Depressionen

4LIFECHANGERS, Folge 14: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass es weltweit 350 Millionen depressive Menschen gibt. Bis zum Jahr 2030 soll Depression die häufigste Krankheit überhaupt sein. Da psychische Erkrankungen in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabuthema sind, sind Initiativen, die Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen, umso wichtiger.

6,5 Prozent der erwachsenen österreichischen Bevölkerung leiden laut dem Depressionsbericht Österreich zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer depressiven Erkrankung. Frauen sind mit 6,8 Prozent häufiger betroffen als Männer mit 6,3 Prozent. Österreich liegt bezüglich der Prävalenz depressiver Symptomatik im europäischen Mittelfeld.*

Das Problem mit dem Problem

Depressive Erkrankungen wirken sich meist am Arbeitsplatz oder in sozialen Beziehungen aus. Dadurch kommt es oft zu Beziehungsverlusten, Rückzug der Betroffenen in soziale Isolation und Einsamkeit, Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit bis zur Frühpensionierung. Erschwerend kommt hinzu, dass psychische Erkrankungen generell mit einem Stigma behaftet sind. Die sozialen Konsequenzen der kulturellen Stereotype und negativen Vorurteile werden von den Betroffenen oft als belastender als die Erkrankung selbst erlebt und verzögern häufig das Aufsuchen von professioneller Hilfe.

Hilfe zur Selbsthilfe

Umso wichtiger sind Einrichtungen, die einem niederschwellig den Weg zurück ins normale Leben ermöglichen. Michael Tröstl engagiert sich freiwillig bei dem Verein pro mente als Leiter einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen und Angstzustände. „Die Selbsthilfegruppe ersetzt weder eine Psychotherapie noch soll sie eine lebenslange Inanspruchnahme sein,“ erklärt der Lebens- und Sozialberater. „Sie ist als zusätzliche Hilfeleistung und Anlaufstelle gedacht, die Betroffenen einen geschützten Raum anbietet, in dem sie sich austauschen und öffnen können – und vor allem verstanden fühlen. Denn hier kommen Menschen zusammen, die alle aus ähnlichen Gründen da sind und dasselbe erlebt haben.“

Schritt für Schritt wird gemeinsam an den jeweiligen Problemen gearbeitet, die für die betroffene Person in dem Moment von Bedeutung sind. „Das heißt, wir gehen ein Stück des Weges gemeinsam in die Selbstständigkeit. Wir achten sehr darauf, die eigenverantwortliche Selbstständigkeit zu unterstützen – sie entweder zu erhalten oder wieder zu erlangen, wenn sie einem verloren gegangen sein sollte. Zum Beispiel wird ein Mal pro Woche der Wiedereinstieg in den Berufsalltag erarbeitet.“

*Quelle: Depressionsbericht Österreich, Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz

Download: Depressionsbericht Österreich

Weitere Themen der Sendung:

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