HIV-Faktencheck: Keine Ansteckungsgefahr mehr

4LIFECHANGERS, Folge 36: Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Grund genug für einen HIV-Faktencheck in unserer aktuellen Sendung. In Österreich werden pro Jahr etwa 400 bis 500 Neudiagnosen mit dem Human Immundefizienzvirus, kurz HIV, gestellt. Dank Forschung und moderner Therapie ist eine HIV-Infizierung heutzutage kein Todesurteil mehr. Dennoch ist Vorsicht geboten. Denn entgegen vieler Annahmen können sich auch heterosexuelle Menschen mit dem HI-Virus anstecken.

„Die HIV-Therapie unterdrückt die Vermehrung der Viren im Körper“, erklärt Dr. Bernhard Haas, Facharzt für Innere Medizin am LKH Graz, den Vorgang. „Wichtig ist dabei, dass immer eine Kombination von mehreren Wirkstoffen eingesetzt wird. So wird die Wirkung der Behandlung erhöht und die Möglichkeit, dass diese irgendwann einmal nicht mehr funktioniert, Stichwort Resistenz, auf ein Minimum reduziert.“

U = U

Durch eine erfolgreiche Therapie kann die Viruslast verringert werden, sodass keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. In diesem Fall spricht man von „undetectable eguals untransmitable“ (U = U). Das bedeutet: Infizierte, deren Viruslast durch die Therapie unter der Nachweisgrenze liegt, sind nicht ansteckend. Das ist bei etwa 95 Prozent der behandelten Personen bereits der Fall.

Trotz dieser Fortschritte kämpfen viele HIV-Infizierte mit Vorurteilen. Das wohl hartnäckigste davon ist zum Beispiel, dass ausschließlich homosexuelle Menschen an HIV erkranken. „Die meisten Fälle in den 80er-Jahren waren dieser Bevölkerungsgruppe zuzuordnen“, erklärt dazu Bernhard Haas. „Aber natürlich kann sich jeder Mensch, der ungeschützten Geschlechtsverkehr hat, mit HIV anstecken.“ Daher gilt trotzt moderner Therapie: Um das Virus zu stoppen, benötigt es neben einer erfolgreichen Therapie auch eine Verhaltensänderung in der Bevölkerung.

„Natürlich kann sich jeder Mensch, der ungeschützten Geschlechtsverkehr hat, mit HIV anstecken.“