4LIFECHANGERS: Eine HIV-Infektion ist kein Todesurteil mehr

Folge 35: Als Christopher Klettermayer erfuhr, dass er HIV-positiv ist, hatte er mit der Diagnose zu kämpfen. Inzwischen hat der Fotograf gelernt, HIV als fixen Bestandteil seines Lebens anzunehmen. Mittlerweile setzt er sich für mehr Information und weniger Vorurteile in der breiten Bevölkerung ein.

Christopher Klettermayer ist seit 2014 HIV-positiv. Nach anfänglichem Schock hat er HIV als fixen Bestandteil in seinem Leben angenommen. Heute ist er Redner, Schriftsteller, HIV-Aktivist. „In den letzten Jahren war die mediale Kommunikation sehr auf die homosexuelle Community getrimmt, was auch gut war. Aber wenn man die ganze Zeit nur in eine Richtung kommuniziert, fühlt sich niemand mehr außerhalb dieser Community angesprochen,“ erklärt er seine Beweggründe für seinen Blog, den er unter dem Pseudonym Philipp Spiegel betreibt.

Gefahrloser Sex wieder möglich

Eine HIV-Infektion kann jeden treffen, der ungeschützten Sex mit einer Person hat, die nicht über ihren eigenen HIV-Status Bescheid weiß. Deshalb sind regelmäßige Tests extrem wichtig. In puncto Therapie hat sich seit den 1980er-Jahren enorm viel verbessert. Nach einer erfolgreichen Behandlung ist weder die Lebensqualität noch die Sexualität mehr beeinträchtigt, da der Infizierte nicht mehr ansteckbar ist. „Die Therapien, die heutzutage verfügbar sind – in den meisten Fällen sprechen wir von einer Tablette, die einmal pro Tag einzunehmen ist – sind praktisch nebenwirkungsfrei. Infizierte Menschen, die diese Therapie nehmen, haben in den meisten Fällen eine vergleichbare Lebenserwartung wie die meisten Menschen, die nicht mit HIV infiziert sind.“

Weiteres Thema der Sendung:

3D-Avatare übersetzen in Gebärdensprache

Das zweite Thema dieser Sendung zeigt uns wieder die faszinierenden Möglichkeiten heutiger Technologien. In Österreich leben rund 10.000 gehörlose Menschen. Obwohl ihr Alltag zunehmend autonomer zu bewältigen ist, stoßen sie in der Medienwelt nach wie vor auf Hürden. Das soll sich jetzt ändern: Das österreichische Unternehmen Sign Time möchte ihnen mit 3D-Avataren, die Texte in 3D-animierte Gebärdensprache übersetzt, das Medienerleben erleichtern.

„Wir synthetisieren die Gebärdensprache auf der Ebene der einzelnen Gebärden und bauen daraus neue Gebärdensprachsätze zusammen,“ beschreibt Georg Tschare, CEO von Sign Time. „Unsere Avatare haben nicht nur die Gebärde, sie verfügen auch über Mundbild, grammatikalische Mimik über emotionale Mimik und kommen damit schon sehr nah an das Ergebnis von menschlicher Übersetzung.“

Barrierefreie Kommunikation

Der Vorteil gegenüber Schrift: Die Informationen sind gegenüber allen gehörlosen Personen unabhängig von ihrem Alter verständlich. Die individuell anpassbaren Avatare übersetzen derzeit vorwiegend Webinhalte. In Zukunft sollen aber auch Fernsehsendungen oder Durchsagen im öffentlichen Raum übersetzt werden.

„Barrierefreiheit ist ein Prozess, der nie endet“, so Georg Tschare. Heute geht der Begriff wesentlich weiter: Wir sprechen über barrierefreie Kommunikation – was natürlich gerade für gehörlose Personen besonders wichtig ist. Audioinformation ist verständlicherweise nicht zugänglich für Gehörlose. Aber auch Textinformation ist sehr schwer zugänglich. Daher braucht es Gebärdensprache. Unser langfristiges Ziel ist, mit äußerst geringem Aufwand große Mengen an Texten gebärdensprachlich zugänglich zu machen und somit die gesamte digitale Welt für Gehörlose zu erschließen.“

Hier geht es direkt zum Beitrag: „Ein Zeichen für Gehörlose“

Mehr Infos: SiMax